27/02/2020

Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Kälbermäster

„Besser von hier!“ – Deutsche Kälbermäster starten Vermarktungsoffensive

Münster Die deutschen Kälbermäster wollen mit einer neuen Vermarktungsoffensive Kalbfleisch aus heimischer Erzeugung stärker bewerben und Marktanteile in einem umkämpften Markt dazugewinnen. Dies ist die selbstbewusste Botschaft des Bundesverbands der Kälbermäster (BDK), deren Mitglieder sich heute zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung im westfälischen Saerbeck (Kreis Steinfurt) trafen. Den zweiten Schwerpunkt der Tagung bildeten Diskussionen über aktuelle Gesetzgebungsvorhaben auf Bundesebene, wie die Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung und die geplante Verschärfung der Düngeverordnung.

„Wir wollen 2020 die zahlreichen Vorzüge der heimischen Kälbermast verstärkt zum Thema machen und den Blick unserer Marktpartner auf deutsches Kalbfleisch schärfen. „Besser von hier!“ lautet unsere Botschaft und wir wollen im Rahmen einer neuen Kampagne mit guten Gründen belegen, dass dieses Motto seine Berechtigung hat“, sagte der BDK-Vorsitzende Michael Beneke.

Der Bundesverband der Kälbermäster verweist darauf, dass Kalbfleisch ein Premiumprodukt sei, das sich einer zunehmenden Nachfrage erfreue. Das läge an seinem guten Image, dem Fokus der Kunden darauf, etwas Besonderes zuzubereiten dem zunehmenden Bewusstsein für gesunde Ernährung und einer deutlich gestiegenen stärkeren Präsenz im Lebensmitteleinzelhandel. Dennoch sieht der Verband für die Vermarktung von deutschem Kalbfleisch noch erhebliches Potential.

Markus Dammann, Vorsitzender der Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch (KDK), verweist auf verschiedene Aspekte: „Wir haben im Inland einen Marktanteil von knapp 50 Prozent, die andere Hälfte liefern niederländische Kalbfleischerzeuger. Punkten können wir mit Argumenten wie Herkunft der Kälber, kurzen Transportwegen, Tierwohlaspekten, Produktqualität und Sicherheit.“

Derzeit vermarkten mit dem KDK-Zertifikat ausgezeichnete, spezialisierte Schlacht- und Zerlegebetriebe – die Firmen Bahlmann, Brüninghoff und Westfleisch – etwa 280.000 Kälber pro Jahr. Ihr Anteil an der deutschen Kalbfleischverarbeitung beträgt damit ca. 85 Prozent. Anders als in den Niederlanden stammten die Kälber ausschließlich aus deutschen Milchviehbetrieben.

„Kälber der KDK werden in Deutschland geboren, aufgezogen und gemästet, geschlachtet und zerlegt. Mit fünfmal “D“ schaffen wir so die Grundlage für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und für Vertrauen in die heimische Erzeugung“, sagte Dr. Bernhard Schlindwein, Geschäftsführer der KDK. Mit der Gründung der Kontrollgemeinschaft deutsches Kalbfleisch vor über 20 Jahren habe sich die Kälbermast in Deutschland neu aufgestellt. Sie sei von Beginn an Teilnehmer des QS-Systems mit einem umfangreichen Kontrollprogramm. Heute würden Kälber mit einer Raufuttermischung aus Getreide, Eiweißpflanzen und Stroh zur freien Aufnahme gefüttert, nicht mehr wie früher allein mit Milch getränkt. Obwohl gesetzlich erlaubt, verzichteten KDK-Betriebe zudem freiwillig auf die Fütterung von Tierfett (Schweineschmalz), um auch den Anforderungen für die Halal-Zertifizierung gerecht zu werden.

„Seit Anfang dieses Jahres sind unsere Kälbermäster zusätzlich eine Selbstverpflichtung eingegangen, die für alle Neu- und Umbauten in Kälberställen den Einbau von Gummimatten als weiche Unterlage vorschreibt“, so Beneke. Dies werde künftig im Rahmen der QS-Audits überprüft und gewährleiste einen höheren Standard der deutschen Haltungsbedingungen als in den Niederlanden.

Schließlich wollen die deutschen Kälbermäster das Jahr 2020 auch dafür nutzen, um weitere Fortschritte bei der Reduzierung des Einsatzes von Antibiotika zu machen. „Unser Ziel ist ein noch besseres Hygienemanagement mit abgestimmten Impfprogrammen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir in den kommenden Monaten auch wissenschaftliche Unterstützung einholen“, sagte Beneke abschließend in Saerbeck.

@ 2020 Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch e.V.

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