Annette und Reinhard Efing: Neustart mit Kälbern

Erst im Jahr 2005 haben die Efings mit der Kälberhaltung begonnen. Anlass war die Umlegung des Hofes der Familie. Kurzerhand hat Annette Efing dafür ihre Boutique aufgegeben und arbeitet seitdem mit ihrem Mann zusammen im Stall.

Es gab Zeiten, da konnte sich Annette Efing nicht vorstellen, in der Landwirtschaft zu arbeiten. Sie hatte ihre Boutique in einer Kleinstadt, hat dort gute Geschäfte gemacht. Ihr Mann Reinhold bewirtschaftete den elterlichen Hof mit Schweinehaltung und Ackerbau. Doch dann musste der Hof, der fast Mitten in der Stadt lag, für die Erweiterung eines Krankenhauses weichen. Kurzerhand entschlossen sich die Efings, außerhalb der Stadt neu anzufangen.

Und sie starteten mit der Haltung von Kälbern, bauten nach und nach drei Ställe für insgesamt 2000 Tiere. Für Annette Efing war es zunächst eine Umstellung. Um drei Uhr morgens stehen sie, ihr Mann Reinhold und ihr Sohn Matthias auf. Um halb vier beginnen sie mit der Fütterung. Jeder übernimmt einen Stall. Matthias Efing ist nach einer kaufmännischen Lehre im Jahr 2012 in den Betrieb eingestiegen.

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Morgens um Drei wird gefüttert

Aber warum so früh? Weil der Milchwagen auf seiner Tour als erstes bei ihnen hält. Im Gegensatz zu vielen anderen Kälberhaltern mischen die Efings ihre Milch nicht selber, sondern lassen sie anliefern. Bei der Fütterung begutachten die Landwirte die Tiere. Kranke Kälber kommen in ein eigenes Krankenabteil und werden dann vom Tierarzt behandelt. Der schaut einmal wöchentlich in den Ställen vorbei. Kränkelt ein Tier, erhält es zunächst homöopathische Mittel. Erst wenn die nicht helfen, gibt er andere Medikamente wie Antibiotika.

Die Milch fließt automatisch vom Tank in die Futterschalen. Haben die Kälber die Milch getrunken, fährt Annette Efing mit dem Fütterungswagen an den Trögen vorbei und füllt Kraftfutter ein. Danach legen sie und ihr Mann sich wieder hin. Die nächste Fütterung ist bereits am Mittag. „Dafür haben wir dann den ganzen Nachmittag Zeit für andere Arbeiten auf dem Hof“, beschreibt Reinhold Efing einen Vorteil der nächtlichen Fütterung.

„Wir geben immer alles für unsere Tiere“, sagt Annette Efing. Jedes Kalb habe ein Recht darauf, so gut wie möglich behandelt zu werden. Einigen Tieren gibt sie sogar Namen. „In jeder Herde ist ein besonders großes, rotbuntes Tier“, erklärt sie. „Das heißt bei uns Martin.“