Suche
Close this search box.

Mehr Tierwohl, bessere Haltungsstandards – Was die KDK von der Grünen Woche 2023 mitnimmt.

Münster, [14.03.2023] – Anfang des Jahres fand zum 87. Mal die Internationale Grüne Woche (IGW) unter dem Motto „Landwirtschaft macht Zukunft. Nachhaltig!“ in Berlin statt. Zu den Themen zählten Nachhaltigkeit und Klimaschutz, zukunftsfeste Tierhaltung sowie Artenvielfalt. Doch genauso wurden dort Fragen der globalen wie nationalen Ernährungssicherheit vor dem Hintergrund geopolitischer Krisen wie dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine diskutiert. Wie können Landwirtschaft und Tierhaltung zukunftsfähig werden?

„Das Thema Nachhaltigkeit hat die IGW in Berlin geprägt. Klima schützen, Artenvielfalt erhalten und Ernährung sichern: Das sind die Aufgaben, zu denen auch die KDK mit ihren Kälberhaltern und Vermarktern einen maßgeblichen Beitrag leisten“, erklärt Theresa Averbeck von der Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch (KDK). „Die IGW stand ebenso im Zeichen des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine, dessen Auswirkungen die Branche auch im Jahr 2023 spüren werden. Der Krieg zeigt uns auf dramatische Weise, dass die Versorgungssicherheit nicht selbstverständlich ist. Die Kosten für Lebensmittel sind enorm gestiegen, aber auch die Betriebsmittel auf den Höfen“, so Averbeck weiter.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) präsentierte verschiedene Themeninseln. Weit oben auf der Agenda: der Umbau der Tierhaltung. Es wurden unter anderem Ansätze für mehr Tierwohl in der landwirtschaftlichen Tierhaltung präsentiert. Entsprechend soll es ein staatliches Tierhaltungslabel eingeführt werden, das verpflichtend die Haltungsform anzeigt. Vorgesehen ist ein System mit fünf Kategorien während der Mast: vom gesetzlichen Mindeststandard im Stall bis hin zu Bio. Ein wichtiges Signal, auch für Akteure wie die Initiative Tierwohl (ITW) und die Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch.

Mehr Tierwohl durch die KDK und ITW

Die KDK setzt sich bereits seit mehreren Jahren zusammen mit ihren Kälberhaltern und Vermarktern erfolgreich für mehr Tierwohl in der Kälberhaltung ein. Die Veranstaltung in Berlin unterstreicht noch einmal die Arbeit der KDK, die einen maßgeblichen Beitrag zu mehr Tierwohl leistet: „Wir sichern Wertschöpfung und Nachhaltigkeit durch die Aufzucht und Mast der männlichen Kälber von deutschen Milchviehbetrieben.“

Die Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch steht für die Erzeugung sicherer Lebensmittel unter hohen Tierwohl- und Erzeugungsstandards. „Tierwohl und Lebensmittelsicherung stehen bei unserem Handeln im Vordergrund. Ziel ist es, uns dabei stetig weiterzuentwickeln“, sagt Averbeck. Deutsches Kalbfleisch zeichnet sich durch die hochentwickelten und voll etablierten Kontroll- und Qualitätsverfahren der KDK und ihrer Partner aus.

Die Mitglieder der KDK verpflichten sich, ausschließlich deutsches Kalbfleisch zu vermarkten. „Mitglied bei der KDK sind wir geworden aus Überzeugung und weil wir sicher sind, uns durch diese Produktkontrolle abheben zu können vom Mitbewerber“, erläutert Stephan Wesseler, Landwirt aus Vreden. Sein Hof ist einer von über 340 vornehmlich in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ansässigen Betriebe, die am Programm der Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch teilnehmen.

Um ein höchstmögliches Tierwohl gewährleisten zu können, setzt die KDK auf ein umfassendes Qualitätsmanagement sowie engmaschige Kontrollen. Dies trägt zum einen dazu bei, die Lebensbedingungen von Kälbern signifikant zu verbessern und stellt sicher, dass die Produktion von Kalbfleisch den höchsten Standards der Lebensmittelsicherheit entspricht. Erzeugende verpflichten sich mit ihrer Teilnahme am Kontrollprogramm der KDK der bedingungslosen Umsetzung von Tierwohl-Standards und zu Kontrollen, die über die gesetzlichen Regelungen hinausgehen.

Auch der niedersächsische Kälberhalter Christoph Hackmann, langjähriges Mitglied der KDK, ist überzeugt von dem Programm: „Es werden Urinproben genommen, es werden Haarproben genommen, es werden Blutproben genommen – das gibt uns, aber auch dem Verbraucher eine sehr große Sicherheit.“ Betriebe wie der von Hackmann verpflichten sich dazu, engmaschige und teils unangekündigte Kontrollen, die von unabhängigen Instituten vorgenommen werden, durchführen zu lassen. Das Lebensmittelprüfsystem QS Qualität und Sicherheit stellt zusätzliche Anforderungen an die Herkunft von Futtermitteln, an Tierschutz- und Hygienebestimmungen. Landwirte wie Wesseler und Hackmann stellen gemeinsam mit der KDK sicher, dass der Zustand der Kälber von ihrer Geburt bis zur Schlachtung lückenlos dokumentiert wird.

Das 5D-Prinzip

Neben unangekündigten Kontrollen in den Betrieben gibt es das 5D-Prinzip. Nach dem Prinzip „5-mal D“ werden die Kälber in Deutschland geboren, gemästet, geschlachtet, zerlegt und verarbeitet. Auch die kurzen Wege zwischen den Mitgliedsbetrieben kommen den Kälbern zugute, denn lange, für die Tiere stressigen Transporte entfallen. Auf diese Weise können die Verbraucher sich sicher sein, dass das Kalbfleisch aus Deutschland auf einem hohen Qualitätsniveau produziert wird, das dem Tierwohl Rechnung trägt. „Mit ‚5-mal D‘ schaffen wir die Grundlage für eine lückenlose Rückverfolgung und Vertrauen in die heimische Produktion“, erklärt Averbeck.

Verbesserung von Tierwohl durch die KDK

Um den Verbrauchern bestmögliche Qualität liefern zu können, arbeiten die Kälberhalter zusammen mit der KDK stetig daran, Tierwohlstandards weiter auszubauen. „Wir verbessern uns immer in Sachen Tierwohl. Aktuell haben wir Scheuerbürsten eingebaut und unsere Kälber stehen auf einer weichen Unterlage, bei uns im Betrieb auf Gummiböden“, erklärt Wesseler, seit kurzem Mitglied der KDK. Maßnahmen, die auch Hackmann erfolgreich umgesetzt hat: „Wenn wir uns nicht weiterentwickelt hätten und neuen Erkenntnissen angepasst hätten, würde es uns heute als landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb auf gar keinen Fall mehr geben.“

 Initiative Tierwohl (ITW)

Ähnlich wie die KDK setzt sich die Initiative Tierwohl (ITW) für mehr Tierwohl in der landwirtschaftlichen Tierhaltung ein, die 2015 als Förderprogramm ins Leben gerufen wurde. Die Partner aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft, Lebensmittelhandel und Gastronomie bekennen sich zu ihrer gemeinsamen Verantwortung für Tierhaltung, Tiergesundheit und Tierschutz in der Nutztierhaltung. Die Initiative unterstützt Landwirte dabei, über die gesetzlichen Standards hinausgehende Maßnahmen zum Wohl ihrer Nutztiere umzusetzen. Die Umsetzung wird durch die Initiative flächendecken kontrolliert. Das Produktsiegel der Initiative Tierwohl kennzeichnet ausschließlich Produkte, die von Tieren aus an dieser Initiative teilnehmenden Betrieben der Initiative Tierwohl stammen.

„Haltungsformstufe 2“-Kennzeichnung für KDK-Betriebe

In Zukunft sollen landwirtschaftliche Betriebe der KDK an der Initiative Tierwohl teilnehmen können und ihre Ware mit der „Haltungsformstufe 2“ auszeichnen können. Dieser Schritt soll die Haltung, Versorgung und Gesundheit der Tiere zusätzlich stärken und auch beim Verbraucher mehr Vertrauen in qualitativ hochwertiges Kalbfleisch aus Deutschland schaffen. Ziel ist es, die Ware ab Sommer in die Supermarktregale einzuführen. „Wir werden uns weiter intensiv beim Tierschutz und der Stärkung der Tiergesundheit einbringen. Ziel ist es noch nachhaltiger zu werden“, erklärt Averbeck.